| hari_freak ( @ 2006-06-13 15:38:00 |
Der "Türöffner"-Effekt
Glaube und Heil-Sein
Nachfolgend finden Sie einige Auszüge aus dem Buch "Heilung durch Glauben" (Timeless Healing) von Dr. Herbert Benson (ISBN 3-453-14671-9, siehe Amazon u. a.) Benson befaßt sich in diesem Buch mit den Zusammenhängen von Gesundheit und gelebter Religiosität.
... die Autorin Kathryn Harrison formuliert es so:
"Daß in der modernen Welt der Glaube durch die Wissenschaft ersetzt wurde, bedeutet für die meisten von uns, daß es nicht mehr DAS Geheimnis gibt, das große Mysterium, sondern nur noch kleine Geheimnisse, die wir schon bald alle enträtselt haben werden."
Unsere Kultur unterwirft alles der empirischen Analyse und versucht, die Unbekannten zu reduzieren, in der Hoffnung, eines Tages die ganze Welt fein säuberlich in statistische Zahlenreihen und mathematische Formeln erfassen zu können... Doch auch wenn wir neues Wissen erwerben, Geheimnisse entschlüsseln, fühlen wir in uns eine vage Leere und Unerfülltheit. Der Glaube ist unsere einzige dauerhafte Quelle des Trostes... aber der Glaube ermöglicht es uns auch, das Unsichtbare und Unbewiesene zu würdigen, wodurch eine Hoffnung entsteht, die sich der Vernunft entzieht. Karen Armstrong schreibt, daß die Menschen der Frühzeit Götter
"nicht nur anbeteten, um höhere Mächte günstig zu stimmen; dieser frühe religiöse Glaube feierte auch das Wunder, das Geheimnis, das offenbar immer schon ein unverzichtbarer Teil der menschlichen Erfahrung auf dieser schönen und schrecklichen Welt gewesen ist."
Ich habe festgestellt, daß der religiöse Glaube wie keine andere Überzeugung im Stande ist, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen, und das unproduktive Grübeln zu unterbrechen, das so oft unser Denken aufzehrt. Unser Körper besitzt ausgezeichnete Selbstheilungskräfte, doch viel zu oft behindern wir diesen Prozeß. Wir machen uns Sorgen, daß sich hinter einem simplen Husten etwas viel Schlimmeres verbergen könnte, weil wir so viele Horrormeldungen gehört oder gelesen haben. Wir zweifeln daran, daß unser Körper aus sich heraus die Kraft hat, mit der Infektion fertigzuwerden, weil uns das von der Werbung und der Pharmaindustrie eingeredet wird. Diese Ängste und Zweifel lösen die Kampf-oder-Flucht-Reaktion mit all ihren streßbedingten Symptomen und Krankheiten aus und schwächen die uns von der Evolution geschenkten Selbstheilungskräfte. Ständige Ängste und Zweifel hinterlassen Spuren in unseren Nervenzellen, so daß der Körper sich viel zu oft an Krankheiten und Gesundheitsgefahren erinnert - der Nocebo-Effekt.
Das regelmäßige Aktivieren der Entspannungsreaktion hat eine enorm positive Wirkung auf den Körper.... Die Schritte, mit denen Sie die Entspannungsreaktion herbeiführen können, sind nicht sonderlich schwierig oder ungewöhnlich.... Es müssen nur zwei einfache Schritte ausgeführt werden. Sie müssen ein Wort, einen Laut, ein Gebet, einen Satz oder eine Körperbewegung über eine gewisse Zeit wiederholen. Wenn dabei Alltagsgedanken Ihre Konzentration stören, schenken Sie ihnen keine Beachtung und kehren Sie immer wieder sanft zu Ihrem Übungsgegenstand zurück.
Konzentrationsworte für nicht-religiöse Menschen
* "Eins"
* "Ozean"
* "Liebe"
* "Frieden"
* "Ruhe"
* "Entspannung"
Konzentrations- und Meditationsworte für religiöse Menschen
* "Vater unser", "Der Herr ist mein Hirte" (für Protestanten, Juden oder Katholiken)
* "Gegrüßet seist du Maria"; "Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner" (für Katholiken)
* "Sch'ma Israel"; "Shalom"; "Echod"; "Der Herr ist mein Hirte" (für Juden)
* "Inschallah" (für Muslime)
* "Om" (für Hindus und Buddhisten)
Tätigkeiten
* Stricken, Häkeln
* Tai Chi
* Autogenes Training
* Yoga
* Progressive Muskelentspannung
* Joggen
Benson beschreibt die Wirkung dieser Methode an einem siebenjährigen Patienten namens Andy:
... ein anderer meiner Patienten, der sieben Jahre alt war, als ich ihn kennenlernte, erlebte durch die Entspannungsreaktion eine wunderbare Befreiung. Bei Andy war eine angeborene Migräne diagnostiziert worden. Von Geburt an hatte er unter Kopfschmerzen gelitten... sobald er sprechen konnte, sagte er seinen Eltern, daß ihm der Kopf weh tat. Als Andy zu mir gebracht wurde, ging er in die dritte Klasse, war aber in seinen Leistungen zurückgeblieben, und es fiel ihm schwer, Freunde zu finden....
Andy und seine Familie waren katholisch, und wir wählten ein Gebet aus, mit dem er die Entspannungsreaktion aktivieren sollte. Andy und ich trafen eine Abmachung, daß er sich zweimal täglich 10 bis 20 Minuten still auf dieses Gebet konzentrieren sollte. Außerdem sollte er sich auch beim ersten Anzeichen eines Migräneanfalls für einen kurzen Moment auf dieses Gebet konzentrieren. Schon nach wenigen Wochen ließen Dauer und Häufigkeit der Anteile nach. Nach einigen weiteren Wochen reduzierte sich auch die Heftigkeit der Schmerzen. Ein paar Monate später waren Andys Kopfschmerzen völlig verschwunden... und schon bald spielte er im Hockeyteam der Schule...
Die Entspannungsreaktion ist so tief in uns verankert, daß der Glaube ... gar nicht notwendig ist, um sie zu aktivieren... Es genügt, sich auf irgendein Wort, einen Satz, einen Ton oder eine sich wiederholende Handlung zu konzentrieren.... Jede Konzentration auf eine sich wiederholende Aktivität wird die Entspannungsreaktion aktivieren, ob Sie nun daran glauben oder nicht.
Ob Sie nun sitzen oder stehen, spazierengehen oder schwimmen, sogar stricken oder häkeln, immer ist es die gleichmäßige Wiederholung eines bestimmten Bewegungsablaufs (oder eines Wortes), von der die entspannende Wirkung ausgeht. So wie ein Vater oder eine Mutter sich einen Moment ausruhen können, wenn sie ihr Baby in eine automatische Wiege legen, können Gehirn und Körper von der beruhigenden Wirkung einfacher, wiederholt ausgeführter Bewegungen (oder Worte) profitieren. Von solchen Bewegungen (oder Worten) geht eine hypnotische Wirkung aus. Es gibt zwei Stadien der Hypnose. Das erste Stadium ist die präsuggestive Phase, das zweite die suggestive Phase, in der eine Person zum Beispiel die Anweisung erhält, ihren Arm zu heben. Der physiologische Zustand während der präsuggestiven Phase entspricht der Entspannungsreaktion...
Ich glaube, das die... Änderung des Gehirnwellenmusters verantwortlich ist für den "Türöffner-Effekt", den viele Leute während der Entspannungsreaktion erleben.... Viele von uns sind bemüht, ihren Geist so aktiv und beschäftigt wie möglich zu halten. Doch ich habe gelernt, daß gerade Phasen meditativer Ruhe die geistige Produktivität steigern...
Weitere Ratschläge von Dr. Benson:
* Praktizieren Sie regelmäßig Selbstfürsorge (essen Sie Gemüse, gehen Sie zum Arzt etc.)
* Seien Sie sich Ihrer inneren Wahrheit bewußt
* Hüten Sie sich vor Leuten, die behaupten, auf alles eine Antwort zu wissen
* Unterschätzen Sie nicht die Wirkung des Nocebo-Effekts (der Effekt, der auftritt, wenn Sie sich an Schmerzen und unangenehme Erlebnisse erinnern, die Sie früher erlebt haben, z. B. "die Angst vorm Zahnarzt")
* Vertrauen Sie auf Ihren Instinkt
* Bedenken Sie, daß niemand unsterblich ist
* Respektieren Sie den Glauben anderer Menschen. Zwingen Sie ihnen nicht den Ihren auf.
* Glauben Sie an das Gute
* Finden Sie die wichtigsten Überzeugungen und Beweggründe Ihres Gegenübers heraus
* Sprechen Sie über Ihre Überzeugungen und handeln Sie entsprechend
* Lassen Sie den Glauben wirken
Glaube und Heil-Sein
Nachfolgend finden Sie einige Auszüge aus dem Buch "Heilung durch Glauben" (Timeless Healing) von Dr. Herbert Benson (ISBN 3-453-14671-9, siehe Amazon u. a.) Benson befaßt sich in diesem Buch mit den Zusammenhängen von Gesundheit und gelebter Religiosität.
... die Autorin Kathryn Harrison formuliert es so:
"Daß in der modernen Welt der Glaube durch die Wissenschaft ersetzt wurde, bedeutet für die meisten von uns, daß es nicht mehr DAS Geheimnis gibt, das große Mysterium, sondern nur noch kleine Geheimnisse, die wir schon bald alle enträtselt haben werden."
Unsere Kultur unterwirft alles der empirischen Analyse und versucht, die Unbekannten zu reduzieren, in der Hoffnung, eines Tages die ganze Welt fein säuberlich in statistische Zahlenreihen und mathematische Formeln erfassen zu können... Doch auch wenn wir neues Wissen erwerben, Geheimnisse entschlüsseln, fühlen wir in uns eine vage Leere und Unerfülltheit. Der Glaube ist unsere einzige dauerhafte Quelle des Trostes... aber der Glaube ermöglicht es uns auch, das Unsichtbare und Unbewiesene zu würdigen, wodurch eine Hoffnung entsteht, die sich der Vernunft entzieht. Karen Armstrong schreibt, daß die Menschen der Frühzeit Götter
"nicht nur anbeteten, um höhere Mächte günstig zu stimmen; dieser frühe religiöse Glaube feierte auch das Wunder, das Geheimnis, das offenbar immer schon ein unverzichtbarer Teil der menschlichen Erfahrung auf dieser schönen und schrecklichen Welt gewesen ist."
Ich habe festgestellt, daß der religiöse Glaube wie keine andere Überzeugung im Stande ist, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen, und das unproduktive Grübeln zu unterbrechen, das so oft unser Denken aufzehrt. Unser Körper besitzt ausgezeichnete Selbstheilungskräfte, doch viel zu oft behindern wir diesen Prozeß. Wir machen uns Sorgen, daß sich hinter einem simplen Husten etwas viel Schlimmeres verbergen könnte, weil wir so viele Horrormeldungen gehört oder gelesen haben. Wir zweifeln daran, daß unser Körper aus sich heraus die Kraft hat, mit der Infektion fertigzuwerden, weil uns das von der Werbung und der Pharmaindustrie eingeredet wird. Diese Ängste und Zweifel lösen die Kampf-oder-Flucht-Reaktion mit all ihren streßbedingten Symptomen und Krankheiten aus und schwächen die uns von der Evolution geschenkten Selbstheilungskräfte. Ständige Ängste und Zweifel hinterlassen Spuren in unseren Nervenzellen, so daß der Körper sich viel zu oft an Krankheiten und Gesundheitsgefahren erinnert - der Nocebo-Effekt.
Das regelmäßige Aktivieren der Entspannungsreaktion hat eine enorm positive Wirkung auf den Körper.... Die Schritte, mit denen Sie die Entspannungsreaktion herbeiführen können, sind nicht sonderlich schwierig oder ungewöhnlich.... Es müssen nur zwei einfache Schritte ausgeführt werden. Sie müssen ein Wort, einen Laut, ein Gebet, einen Satz oder eine Körperbewegung über eine gewisse Zeit wiederholen. Wenn dabei Alltagsgedanken Ihre Konzentration stören, schenken Sie ihnen keine Beachtung und kehren Sie immer wieder sanft zu Ihrem Übungsgegenstand zurück.
Konzentrationsworte für nicht-religiöse Menschen
* "Eins"
* "Ozean"
* "Liebe"
* "Frieden"
* "Ruhe"
* "Entspannung"
Konzentrations- und Meditationsworte für religiöse Menschen
* "Vater unser", "Der Herr ist mein Hirte" (für Protestanten, Juden oder Katholiken)
* "Gegrüßet seist du Maria"; "Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner" (für Katholiken)
* "Sch'ma Israel"; "Shalom"; "Echod"; "Der Herr ist mein Hirte" (für Juden)
* "Inschallah" (für Muslime)
* "Om" (für Hindus und Buddhisten)
Tätigkeiten
* Stricken, Häkeln
* Tai Chi
* Autogenes Training
* Yoga
* Progressive Muskelentspannung
* Joggen
Benson beschreibt die Wirkung dieser Methode an einem siebenjährigen Patienten namens Andy:
... ein anderer meiner Patienten, der sieben Jahre alt war, als ich ihn kennenlernte, erlebte durch die Entspannungsreaktion eine wunderbare Befreiung. Bei Andy war eine angeborene Migräne diagnostiziert worden. Von Geburt an hatte er unter Kopfschmerzen gelitten... sobald er sprechen konnte, sagte er seinen Eltern, daß ihm der Kopf weh tat. Als Andy zu mir gebracht wurde, ging er in die dritte Klasse, war aber in seinen Leistungen zurückgeblieben, und es fiel ihm schwer, Freunde zu finden....
Andy und seine Familie waren katholisch, und wir wählten ein Gebet aus, mit dem er die Entspannungsreaktion aktivieren sollte. Andy und ich trafen eine Abmachung, daß er sich zweimal täglich 10 bis 20 Minuten still auf dieses Gebet konzentrieren sollte. Außerdem sollte er sich auch beim ersten Anzeichen eines Migräneanfalls für einen kurzen Moment auf dieses Gebet konzentrieren. Schon nach wenigen Wochen ließen Dauer und Häufigkeit der Anteile nach. Nach einigen weiteren Wochen reduzierte sich auch die Heftigkeit der Schmerzen. Ein paar Monate später waren Andys Kopfschmerzen völlig verschwunden... und schon bald spielte er im Hockeyteam der Schule...
Die Entspannungsreaktion ist so tief in uns verankert, daß der Glaube ... gar nicht notwendig ist, um sie zu aktivieren... Es genügt, sich auf irgendein Wort, einen Satz, einen Ton oder eine sich wiederholende Handlung zu konzentrieren.... Jede Konzentration auf eine sich wiederholende Aktivität wird die Entspannungsreaktion aktivieren, ob Sie nun daran glauben oder nicht.
Ob Sie nun sitzen oder stehen, spazierengehen oder schwimmen, sogar stricken oder häkeln, immer ist es die gleichmäßige Wiederholung eines bestimmten Bewegungsablaufs (oder eines Wortes), von der die entspannende Wirkung ausgeht. So wie ein Vater oder eine Mutter sich einen Moment ausruhen können, wenn sie ihr Baby in eine automatische Wiege legen, können Gehirn und Körper von der beruhigenden Wirkung einfacher, wiederholt ausgeführter Bewegungen (oder Worte) profitieren. Von solchen Bewegungen (oder Worten) geht eine hypnotische Wirkung aus. Es gibt zwei Stadien der Hypnose. Das erste Stadium ist die präsuggestive Phase, das zweite die suggestive Phase, in der eine Person zum Beispiel die Anweisung erhält, ihren Arm zu heben. Der physiologische Zustand während der präsuggestiven Phase entspricht der Entspannungsreaktion...
Ich glaube, das die... Änderung des Gehirnwellenmusters verantwortlich ist für den "Türöffner-Effekt", den viele Leute während der Entspannungsreaktion erleben.... Viele von uns sind bemüht, ihren Geist so aktiv und beschäftigt wie möglich zu halten. Doch ich habe gelernt, daß gerade Phasen meditativer Ruhe die geistige Produktivität steigern...
Weitere Ratschläge von Dr. Benson:
* Praktizieren Sie regelmäßig Selbstfürsorge (essen Sie Gemüse, gehen Sie zum Arzt etc.)
* Seien Sie sich Ihrer inneren Wahrheit bewußt
* Hüten Sie sich vor Leuten, die behaupten, auf alles eine Antwort zu wissen
* Unterschätzen Sie nicht die Wirkung des Nocebo-Effekts (der Effekt, der auftritt, wenn Sie sich an Schmerzen und unangenehme Erlebnisse erinnern, die Sie früher erlebt haben, z. B. "die Angst vorm Zahnarzt")
* Vertrauen Sie auf Ihren Instinkt
* Bedenken Sie, daß niemand unsterblich ist
* Respektieren Sie den Glauben anderer Menschen. Zwingen Sie ihnen nicht den Ihren auf.
* Glauben Sie an das Gute
* Finden Sie die wichtigsten Überzeugungen und Beweggründe Ihres Gegenübers heraus
* Sprechen Sie über Ihre Überzeugungen und handeln Sie entsprechend
* Lassen Sie den Glauben wirken